„Olympia“ neu betrachtet von Valaine de Ranson
Wir schätzen uns glücklich, mit Künstlern zusammenzuarbeiten, für die Ästhetik im Mittelpunkt ihres Schaffensprozesses steht. Im vergangenen Monat präsentierten uns unsere Schweizer Freunde Valaine de Ranson und Luca Hartmann eine Neuinterpretation von Édouard Manets „Olympia“.
Während Valaine seine Pinsel mit beeindruckender Kraft schwang, steuerte Luca seinen kritischen Blick und konzeptionelle Unterstützung bei. Indem er dieses Meilensteinwerk der Kunstgeschichte neu interpretiert, tritt Valaine in die Fußstapfen von Künstlern, denen es gelungen ist, Velázquez oder Botticelli neu zu erfinden. Ist das anmaßend? Nicht angesichts der Kraft dieses Gemäldes.
Werfen wir einen genaueren Blick auf die Details dieses Gemäldes.
Von der Pariser Provokation zur Gelassenheit des Neo-Folk?
Während Manets Werk 1865 in Paris mit seinem unverfälschten Realismus einen Skandal ausgelöst hatte, bietet Valaine de Ransons Version eine intimere Interpretation. Während Manet scharfe Konturen verwendete, bevorzugt Valaine einen großzügigen, strukturierten Pinselstrich. Dieser Ansatz ist typisch für den zeitgenössischen Neo-Folklorismus.
- Ein Spiel der Blicke? Im Gegensatz zur ursprünglichen *Olympia*, die den Betrachter trotzig anstarrte, scheinen Valaines Figuren einen Raum der Schwesternschaft zu bewohnen.
- Die malerische Qualität? Ebenso schafft der Pinselstrich einen abstrakten Hintergrund und verwandelt die Schlafzimmerszene in ein reines Gemälde.
- Die Symbolik der Blumen? So ist der Blumenstrauß, das zentrale Element, nicht mehr nur ein Geschenk eines unsichtbaren Verehrers, sondern eine Brücke zwischen den beiden Frauen.
Ist eine Verbindung zur Kunstgeschichte unerlässlich?
Wie wir gerade gesehen haben, geht es in Valaine de Ransons Werk keineswegs nur um „Kopieren“. Sie interpretiert neu. Auf diese Weise würdigt sie die Tradition und bekräftigt zugleich eine Modernität, die der französischsprachigen Schweiz eigen ist. Als solches ist dieses Werk das perfekte Beispiel für unser aktuelles Thema: die Wurzeln der Vergangenheit nutzen, um die Kunst von morgen zum Leben zu erwecken. Das bedeutet, dass es beim Malen nach einem Meister nicht darum geht, die Vergangenheit nachzuahmen, sondern darum, sicherzustellen, dass die Flamme der Schöpfung noch immer lebendig ist.
Luca Hartmann und Valaine de Ranson vor einem von Valaines Gemälden, im Februar 2026.
Olympia Revisited, Öl auf Leinwand, von Valaine de Ranson, neo-folkloristischer Stil – Schweiz, 2026.
Auf der Rückseite vom Künstler signiert.
Hinweis: Zum Schutz des Urheberrechts wurde dieses Foto mit einem digitalen Wasserzeichen versehen.
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