Liebe Kunstliebhaberinnen und Kunstliebhaber,

Wir setzen unsere Auseinandersetzung mit der Arbeitsweise der Künstler fort. In diesem Monat widmet sich unser Künstlerkollektiv einem Thema, das bereits im vergangenen Juni konzipiert wurde. Dieses Thema trägt den Titel: „Unter der Oberfläche der Gebote (oder Die Kunst, Nein zu sagen)“. Es steht im Einklang mit dem literarischen Werk von Leïla Slimani. Tatsächlich hinterfragt diese Arbeit den inneren Widerstand, den sozialen Druck und den Lärm der Arbeitswelt.

Warum dieses Thema gerade im September aufgreifen? Weil sich mit Beginn des neuen Schuljahres der auferlegte Rhythmus beschleunigt. Angesichts des Strebens nach Rentabilität und sozialer Spannungen loten unsere Künstler eine wesentliche Grenze aus. „Nein“ zu sagen wird so zu einem Akt der Souveränität und Freiheit.

So präsentiert die Galerie Koronin in diesem Monat vier Künstlerinnen: Ayla Woss (Deutschland), Anja Dallenbach (Deutschschweiz), Barbara Le Louverot (Frankreich), Valaine de Ranson (Westschweiz).

Affiche pop-art bilingue (FR/DE) pour l'exposition de septembre 2026 « L’Art de dire Non ! » à la Galerie Les Koronin, montrant une femme se reposant à son bureau.
Copyright / KI-Wasserzeichen

Hinweis: Um die Werke der Designerinnen vor unbefugter Weiterverwendung zu schützen, sind die auf dieser Seite gezeigten Bilder mit einem KI-generierten digitalen Wasserzeichen versehen. Bei Fragen finden Sie alle Antworten auf unserer Seite FAQ.

Ayla Woss – Ich weigere mich nicht zu tanzen. Ich weigere mich, nach eurem Takt zu tanzen.

Patinierte Bronze und mineralisches Material

Bei dieser Bronzeskulptur geht der Sockel über eine rein dekorative Rolle hinaus. Er verkörpert nämlich die Arbeitswelt und ihre Leistungsanforderungen. Dieser massive, rohe Block trägt die Spuren der auferlegten mechanischen Rhythmen.

Dennoch erschließt sich die Tänzerin inmitten dieser Einschränkung ihren eigenen Raum. In diesem Hohlraum wird die Materie glatt und still. Dies stellt einen deutlichen Bruch mit der äußeren Strenge dar. Obwohl sie noch immer mit dem Felsen verbunden ist, deutet die Figur bereits eine Bewegung in Richtung Autonomie an. So lässt sie den auferlegten Takt hinter sich, um ihren eigenen Rhythmus zu erfinden.

Zudem verleiht gerade dieser Gegensatz zwischen dem Lärm der Welt und dem In-sich-Hineinhören dem Werk seine ganze Kraft. Bei Ayla Woss wird die Verweigerung zum Gründungsakt der Freiheit.

Sculpture contemporaine en bronze d'Ayla Woss représentant une danseuse s'émancipant d'un socle massif, exposée à la Galerie Koronin.
Peinture contemporaine expressive d'Anja Dallenbach aux tons rouges et ocres figurant des corps entrelacés, Galerie Koronin.

Anja Dallenbach – Der Würgegriff der Zeit

Öl auf Leinwand

In diesem mitreißenden Werk setzt sich Anja Dallenbach mit der Entfremdung des Körpers angesichts des hektischen modernen Lebensrhythmus auseinander. Dabei lässt sich die Malerin von den Gedanken von Hartmut Rosa über „Zeitmangel“ und Hypervernetzung inspirieren. Zudem erinnert ihr gestischer Pinselstrich an die bürokratische Absurdität, die Franz Kafka so am Herzen lag.

Auf der Leinwand scheinen die Körper von einem Wirbel aus Materie mitgerissen zu werden. So zeigt der Künstler, wie die Zwänge von Geschwindigkeit und Kontrolle unseren intimen Raum zersplittern. Das Gemälde wird so zu einem Schrei angesichts der digitalen und administrativen Erschöpfung.

Schließlich setzt Anja Dallenbach ein Zeichen des Bruchs. „Nein“ zu sagen bedeutet hier, sich der ständigen Beschleunigung zu widersetzen, um uns unsere Zeit und unsere Menschlichkeit zurückzuerobern.

Valaine de Ranson – Lasst uns in Ruhe

Öl auf Leinwand (Serie von sechs monumentalen Gemälden)

Mit dieser monumentalen Serie zelebriert Valaine de Ranson die Schwesternschaft und die innere Ruhe. Die Malerin inszeniert Gruppen von Frauen, die sich ihre Zeit zurückerobern. Dem männlich geprägten Kult der Leistung und der Herausforderung stellt die Künstlerin den Wert des Teilens und der Erholung gegenüber.

Im Netz wird die Ruhe zu einer Form des politischen und intimen Widerstands. Zudem verweist Valaine verschmitzt auf den Geist der Siesta als eine Tugend, die neue Kraft schenkt. Indem sie diesen gemütlichen Rückzugsort schaffen, schützen sich die weiblichen Figuren vor dem gesellschaftlichen Druck.

So erinnert das Werk daran, dass das Innehalten ein Akt der Souveränität ist. Ein „Nein“ zu dem aufgezwungenen Rhythmus zu sagen, ermöglicht es, Vertrauen und Gelassenheit wiederherzustellen.

Peinture figurative de Valaine de Ranson représentant trois femmes au repos dans une mansarde, Galerie Koronin. L'art de dire non.
Peinture à l'huile en épaisseur de Barbara Le Louverot illustrant un couloir sombre et une porte noire, Galerie Koronin.

Barbara Le Louverot – Was ich nachts nicht mehr hereinlassen werde! 

Öl auf Leinwand (mit einem Kunststoffspachtel aufgetragen)

Die Galerie möchte ihre tiefe Ergriffenheit angesichts dieses Kunstwerks zum Ausdruck bringen.
In diesem dichten und düsteren Gemälde setzt sich Barbara Le Louverot mit der Erinnerung an ein persönliches Trauma auseinander. Tatsächlich malt die Künstlerin ausschließlich mit einem Kunststoffspachtel. Diese technische Einschränkung führt zu einer pastosen und schweren Bildmasse.

Auf dem Bild wird der Blick von diesem bedrückenden Flur und dieser schwarzen Tür gefesselt. Zudem lässt das Fenster kein tröstliches Licht herein. Das Werk knüpft somit an die Schriften von Virginia Woolf in Momente des Lebens an, in denen die Autorin die Zäsuren der Kindheit thematisiert.

Hier wird das Auftragen der Farbe zu einem Versuch, den Albtraum zu vertreiben. Angesichts der erlittenen Gewalt setzt Barbara mit ihrem Vorgehen ein endgültiges „Nein“, um das Schweigen zu durchbrechen.

👉 Visitez la page de Barbara Le Louverot

Danksagung  🤍

Die Galerie Koronin bedankt sich herzlich bei den Künstlerinnen Ayla Woss, Anja Dallenbach, Valaine de Ranson und Barbra Le Louverot für ihr Vertrauen und ihre eindrucksvollen Beiträge.

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