Ein Selbstporträt ist niemals eine triviale Geste: Es ist ein Akt des Mutes, wenn ein Künstler sich bereit erklärt, sich selbst zu begegnen, um sich besser zu verstehen. In einer Gesellschaft, die ständig danach strebt, zu klassifizieren und zu kategorisieren, sorgen Selbstporträts für Nuancen und bestätigen, dass ein Mensch niemals auf eine einzige Kategorie beschränkt werden kann. Entdecken Sie, wie unsere Künstler diesen Spiegel nutzen, um kein statisches Bild, sondern eine echte innere Schwingung zu vermitteln.
Die Kühnheit eines französisch-schweizerischen künstlerischen Abenteuers
In der Galerie France-Suisse Les Koronin haben wir schon immer etwas waghalsige Unternehmungen geliebt. War es nicht vor der Küste von Bonifacio, auf rauer See, wo 2015 die Idee zu diesem Abenteuer geboren wurde? Wir scheuen uns nicht, Risiken einzugehen.
Als wir beschlossen, monatliche Themenausstellungen anzubieten, erschien es uns nur natürlich, unsere Künstler auf eine andere Art und Weise einzubeziehen: Da wir über sie sprechen wollten, warum sollten wir sie nicht bitten, sich selbst zu präsentieren?
Die Herausforderung der Selbstdarstellung: jenseits des einfachen Gesichts
- Hugo Eckerner
- Ayla Woss
- Vestara Psod
- Artemis Irenäus of Baste
- Isabelle Morin
Für Artemis Irenäus ist das Selbstporträt bereits vertrautes Terrain, während es für andere eine neue Entdeckungsreise ist. Jedes einzelne vermittelt eine Präsenz, eine Spur, einen Moment des Bewusstseins. Die Künstlerin sagt still: „Hier bin ich“, ohne jemals den Anspruch zu erheben, sich selbst zusammenzufassen.
Ein Fenster zur zeitgenössischen Kunst
Wenn ich mich selbst nicht in diese Auswahl einbeziehe, dann deshalb, weil die Galerie kein Spiegel ist, der die Person widerspiegelt, die sie organisiert. Sie ist ein Fenster.
Es ist eine Öffnung, die sich dem Blick, den Zweifeln und Behauptungen der Schöpfer bietet. Wenn Sie diese Werke betrachten, mögen Sie nicht auf erstarrte Figuren stoßen, sondern auf Wesen, die sich im Entstehen befinden. In der Wendung eines gemalten Blicks erkennen Sie vielleicht etwas von sich selbst wieder.
Philippe Morin Koronin
Hugo Eckener: Selbstreflexion und Klarheit
Die Intimität eines Raums zum Nachdenken
In diesem Selbstporträt setzt Hugo Eckener auf Schlichtheit. Er inszeniert sich nicht in einer spektakulären Kulisse, sondern in seinem eigenen Raum der Besinnung: zwischen einem Bücherregal, einem Schreibtisch und einem Fenster mit Blick auf die Landschaft. Das von der Seite einfallende natürliche Licht umspielt sanft sein Gesicht. Diese Klarheit dramatisiert nichts, sondern unterstreicht lediglich die Atmosphäre der Introspektion und Ruhe.
Eine besonnene und intellektuelle Präsenz
Der Künstler sitzt in einer entspannten, aber selbstbewussten Haltung und versucht nicht, Eindruck zu schinden. Sein ruhiger Blick suggeriert eher Nachdenklichkeit als Selbstbewusstsein. Warme Farbtöne – tiefe Brauntöne, Ocker und beruhigende Blautöne – hüllen die Szene in eine sanfte Nostalgie und verstärken den Eindruck von Stabilität und Reife. Nichts ist übertrieben, alles ist ausgewogen.
« Hier bin ich, so wie ich mich selbst sehe. »
Die Behauptung einer stillen Präsenz
Vestara Psod: Der Workshop als Spiegel der Seele
Eine doppelte Identität: Künstlerin und Handwerkerin
In diesem Selbstporträt öffnet Vestara Psod die Türen zu ihrem Atelier. Hängende Geigen, Werkzeuge und Holzspäne umgeben die Künstlerin. Mit ihrer Geige in der einen Hand und ihren Pinseln in der anderen offenbart sie ihre doppelte Identität: Musikerin und Malerin. Hier treten Klang und visuelle Kreation in einen stillen Dialog, wobei beide in perfekter Balance aufeinander reagieren.
Die Gelassenheit von Bewegung und Zeit
Der innere Workshop
Ayla Woss: Das Selbstporträt in Bewegung
Skulptur als Spiegel der Geste
Für Ayla Woss ist die Darstellung der eigenen Person keine Frage der Gesichtszüge, sondern vielmehr eine Frage der Haltung gegenüber der Welt. Als ehemalige Tänzerin überträgt sie die Disziplin und Anmut des Körpers in Bewegung auf dieses Selbstporträt. Wir spüren die Spannung in der Bronze, die keineswegs erstarrt wirkt, sondern vor unterdrückter Energie zu vibrieren scheint. Es ist das Bild einer Frau, die nicht um Erlaubnis bittet, existieren zu dürfen, sondern sich durch Ausgeglichenheit und Risikobereitschaft behauptet.
Schwungkraft und Federung
Ein Dialog zwischen Kraft und Gelassenheit
Artemis Irenäus von Baste: Das Selbstporträt als Akt der Freiheit
Eine durch die Kunst gewonnene Identität
Für Artemis Irenäus ist das Malen seit ihrer Zeit an der ENSBA in Paris ein grundlegendes Ritual. Weit entfernt von dem Schicksal als Anwältin oder Botschaftergattin, das ihre Mutter für sie vorgesehen hatte, entschied sich die Künstlerin für die Malerei, um ihr wahres Ich zu bekräftigen. Jedes Selbstporträt ist eine Antwort auf den Mangel an mütterlicher Zuneigung, eine Möglichkeit, sich selbst zu definieren und die Wunden der Vergangenheit zu heilen. Es ist ein intimes Zeugnis, das zugleich berührend ist und eine stille Kraft ausstrahlt.
Die Wärme der Freundschaft in der Schweizer Kälte
Ein laufendes Projek
Isabelle Morin: Die Klarheit des Augenblicks
Mit Isabelle Morin verlässt das Selbstporträt das Atelier und begibt sich an die frische Luft der Dordogne. Dieses im Sommer 2025 entstandene Werk zeigt die Künstlerin in ihrem Element: in der Natur, im Sommerlicht und in der puren Freude am Schaffen. Mit ihrem fest auf dem Kopf sitzenden Hut und dem verschmitzten Blick hinter ihrer Brille zeigt uns Isabelle ein Bild von sich selbst, das voller Leben und Spontaneität ist. Es ist ein Selbstporträt, das nicht beeindrucken will, sondern einen Moment einfachen Glücks teilen möchte.
Ein Sommer in der Dordogne: Das Licht malen
Die Leichtigkeit des Strichs und des Geistes
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