Begegnung in der Galerie: Vestara Psod und die Musik der Körper

Wie Natascha auf unserer Facebook-Seite angekündigt hat, hat die Galerie Koronin die Ehre, diesen Donnerstag die französisch-schweizerische bildende Künstlerin Vestara Psod (Eponine Trousse-Chemise) zu begrüßen.
Sie stellt uns ihre neuesten Werke vor und entführt uns in eine einzigartige Bildwelt, in der die intime Beziehung zwischen der Frau und dem Saiteninstrument zu einer wahren Metaphysik wird.

Vestara Psod arbeitet in der Geduld der Flammen.

Jedes Gemälde entsteht aus einer langen Begegnung mit Licht, Materie und Stille.
So wird die Galerie ihre Werke im Rhythmus ihrer Entstehung präsentieren – ein bis zwei pro Monat –, wie man eine neue Jahreszeit begrüßt.
Jede Ausstellung wird ein diskretes, aber kostbares Ereignis sein.

Eine historische und symbolische Beziehung

Bei Vestara ist die Frau nie allein, sondern von Violinen und Celli umgeben. Diese Verbindung ist keineswegs zufällig, sondern hat ihre Wurzeln in einer komplexen menschlichen Geschichte.

Am Ende des Mittelalters und während der Renaissance wurden Saiteninstrumente – wie die Viola da Gamba – als Erweiterung der menschlichen Stimme angesehen, insbesondere der weiblichen Stimme. Zwischen religiöser Ablehnung und aristokratischer Leidenschaft schwankte das Instrument stets zwischen Verbotenem und Heiligem. Vestara greift diese Dualität auf, um den weiblichen Akt im Herzen der Geigenbauerwerkstätten zu erkunden.

Die Geige als Spiegel der Seele

So ist in Vestara Psods Werk die Verbindung zwischen Körper und Instrumentenbau reich an Symbolik. Schauen wir uns das genauer an:

  • Die Form: Die zarten Rundungen der Geige entsprechen denen des weiblichen Körpers.
  • Der Raum: Die Werkstatt des Geigenbauers wird zu einem Ort der Transformation, sowohl physisch als auch introspektiv.
  • Die Stimme: Das Instrument imitiert nicht nur, es offenbart auch die Seele und das sich entwickelnde Bewusstsein des Künstlers.

Auf diese Weise erzählt jedes Gemälde eine Geschichte, in der Musik, Handwerkskunst und die menschliche Form zusammenkommen, um eine kraftvolle visuelle Harmonie zu schaffen.

Die bildliche « Küche » von Vestara

Denn ja, es geht tatsächlich um das Kochen. Warum? Hier ist der Ansatz von Vestara:

Die Technik von Vestara Psod ist ebenso akribisch wie die eines Handwerkers. Sie arbeitet auf feinen Baumwollstoffen, die auf Kiefernholzrahmen gespannt sind, und komponiert nach der traditionellen Methode der Quadratisierung.
Ihr Verfahren gleicht einer wahren Alchemie:

  1. Der Impasto: Sie beginnt mit Ölfarben und kräftigen Pinselstrichen, um dem Motiv Körper zu verleihen.
  2. Die Modellierung: Anschließend bürstet sie die Körper, bevor sie mit chirurgischer Präzision tätig wird.
  3. Die Endbearbeitung: Lasuren mit eingeriebenen Pigmenten, Ölstifte und Airbrush-Akzente runden das Werk ab.

Wie sie selbst sagt, « kocht » Vestara, wenn sie malt. Sie mischt verschiedene Techniken, um einen einzigartigen Ausdruck ihrer Kreativität zu schaffen.

Überfluss? Oder Erscheinung?

Wie Sie sehen, erfordert die Malerei von Vestara viel Arbeit und umfangreiches technisches Know-how. Die Tatsache, dass Vestara nur ein oder zwei Gemälde pro Monat produziert, wird fast zu einem Manifest an sich. Für die Galerie ist das sehr schön: keine Fülle, sondern ein regelmäßiges Erscheinen. Ein Werk wie eine Jahreszeit.
Ein Atemzug.

Vestara Psod, artiste peintre à la galerie d’Art Les Koronin, lors d’un séjour à Lucerne.

Vestara Psod – Malerin und Geigerin. Foto: Natascha Vallélian, 2026.

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