Liebi Chunschtfründinnen u Chunschtfründe,
Mir mache weiter u tauche no tüfer i d’Arbeitswält vo üsere Künstlerinnen ih. Dä Monet widmet sich üses Kollektiv eme Thema, wo mir scho im Juni zäme usgdänkt hei: «Under dr Oberflächi vo de Gebot (oder D’Kunst, Nei z’säge)». Inspiriert isch das ganze vom literarische Wärk vo dr Leïla Slimani – es geht um dr innreri Widerstand, dr soziali Druck u dr ganz Lärm rund um d’Arbeitswält.
Warum grad jetzt im Septämber? Ganz eifach: Well mit em Schulstart u em Herbst s’Tämpo wieder so richtig azieht. Zwüsche em Druck nach immer mehr Läistig u de alltägliche Spannige sueche üsi Künstlerinne nach dr essänzielle Gränze. «Nei» z’säge wird so zume echte Akt vo Freiheit u Souveränität.
D’Galerie Koronin präsentiert dir dümönat vier grossartigi Künstlerinnen: Ayla Woss (Dütchland), Anja Dallenbach (Dütchschwiz), Barbara Le Louverot (Frankrych) u Valaine de Ranson (Welschland).
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Ayla Woss, « Je ne refuse pas de danser. Je refuse de danser sur votre rythme. » – Bronze patiné et matière minérale.
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Valaine de Ranson, Laissez-nous en paix – Huile sur toile.
Ayla Woss –Ich weigere mi nid z’tanze. Ich weigere mi nume, nach öuerm Takt z’tanze.
Patinierte Bronze u mineralischs Material
Bei däre Bronzeskulptur isch dr Sockel wyt mehr als nume Deko. Er verkörpert nämlich d’Arbeitswält u däm ihri hoche Läistigsahforderige. Dä massivi, rohi Block trait d’Spure vo de mechanische Rhythme, wo eim ufbrummt wärde.
U trotzdem: Mitts i däre Yschränkig schafft sich d’Tänzerin ihre ganz eignig Raum. In däm Hohlraum wird d’Materie plötzlich ganz glatt u stil. Das isch e dütliche Bruch mit dr Änstischkät usserhalb. Obwohl d’Figur immer noch mitem Fäuse verbunde isch, spürt ma scho die erschti Bewegig in Richtig Autonomie. Sie lat dr vo usse diktiert Takt hinger sich, zum ihre ganz eigne Rhythmus z’erfinde.
Zudem git grad dä Gegesatz zwüschem Lärm vo dr Wält u däm Chli-i-sich-Hineinhöre däm Wärk syni ganze Chraft. Bider Ayla Woss wird das «Nei-Säge» zum echten Akt vo dr Freiheit.
Anja Dallenbach – Dr Würgegriff vo dr Zyt
Öl uf Lymwand
In däm mitriissende Wärk setzt sich d’Anja Dallenbach mit dr Entfremdig vom Chörper i üsem hektische, modärne Läbesrhythmus usenand. Dabei lat sich d’Malerin vo de Gedanke vom Hartmut Rosa über «Zytmangel» u Hypervernetzig inspiriere. Zudem erinnert ihre dynamisch Pinselstrich a die bürokratischi Absurdität, wo scho am Franz Kafka so am Härze gläge isch.
Uf dr Lymwand schyne d’Chörper vomne richtige Wirbel us Materie mitgrisse z’wärde. So zeigt d’Künstlerin, wie dr Zwang nach Gschwindigkeit u Kontrolle üse intimi Raum zersplitteret. Das Gemälde wird so zumne echte Schrei angesichts vo dr digitale u administrative Erschöpfig.
Schliesslich setzt d’Anja Dallenbach es klares Zeichen zum Bruch. «Nei» z’säge heisst hier, sich däre ständige Beschleunigung z’widersetze, zum üs üsi Zyt u üsi Mänschlichkeit wieder z’rugg z’erobere.
Valaine de Ranson – Löht üs i Roue!
Öl uf Lymwand (Serie vo sächs monumentale Gemälde)
Mit däre monumentale Serie fyrt d’Valaine de Ranson d’Schwäschterschaft u die innere Roue. D’Malerin inszeniert Gruppe vo Froue, wo sich ihre ganz eigne Rhythmus u ihre Zyt wieder z’rugg erobere. Däm männlischt prägte Kuld vo Läistig u Herusforderig stellt d’Künstlerin dr Wärt vom Teile u vom Verschnufe gegenüber.
Im Chaischtere wird d’Roue zu einer Form vo politischem u intimem Widerstand. Zudem verweist d’Valaine ganz verschmitzt uf dr Geischt vo dr Siesta als e Tugend, wo eim wieder neui Chraft git. Indäm si dä gmütlech Rückzugsort schaffe, schütze sich die wyblischt Figure vor em gsellschaftliche Druck.
So erinnert das Wärk dranne, dass das Innehalte en echter Akt vo Souveränität isch. Es chäftigs «Nei» zum ufbrummte Takt z’säge, macht dr Wäg frei, zum Vertroue u Gschaffigschkeit wieder z’finge.
Barbara Le Louverot – Was i i de Nächte nümme ineloh wott!
Öl uf Lymwand (mitemne Chunschtstoffspachtel uftrage)
D’Galerie wott ihre tiefi Ergriffeheit angesichts vo däm Chunstwärk zum Usdruck bringe.
In däm dichte u düstere Gemälde setzt sich d’Barbara Le Louverot mit dr Erinnerig an es persönlechs Trauma usenand. Tatsächlich malt d’Künstlerin usschliesslich mitemne Chunschtstoffspachtel. Die technischi Yschränkig führt zu einer pastöse u schwäre Bildmasse.
Uf em Bild wird dr Blick vo däm bedrückende Gang u däre schwarze Tür gfässlet. Zudem lat das Fänschter kes tröschtlichs Licht ine. Das Wärk chnüpft somit an d’Schrifte vo dr Virginia Woolf in Momente des Lebens an, wo d’Autorin die Zäsuren vo dr Chindheit thematisiert.
Hier wird das Uftrage vo dr Farb zum Versuch, dä Albtraum z’vertrybe. Angesichts vo dr erlittene Gewalt setzt d’Barbara mit ihrem Vorgehe es ändgültigs «Nei», zum das Schweige z’durchbräche.
Danksagig 🤍
D’Galerie Koronin bedankt sich vo Härze bi de Künstlerinnen Ayla Woss, Anja Dallenbach, Valaine de Ranson u Barbra Le Louverot für ihr Vertroue u ihre ydrecksleche Bäiträg.
Mir würdet eus riesig freue, wenn du üsi fränk-schwizer Online-Galerie bruchsch – sie isch 24 Stund am Tag, für d ganze Wält offe!
Hesch Lust, bi üse Chunstkurs mitzmache?
Mir wärded di vo Härze gärn derbi ha.
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