Isabelle Morin: De Pappbaum oder die iigschlosseni Natur

D’Chünstlerin Isabelle Morin ladet üs durch es radikals Wärk zu ere tüfe Reflexion über üsi Umwält ii. In de Tat hät sie en anthropogene Baum ganz us rohem Karton gschtaltet. D’Forme vo sällere Skulptur sind maximal vereinfacht worde. Aber die schinbari Eifachheit versteckt e starchi ökologischi und politischi Botschaft.

S’Gedächtnis vom verarbeitete Holz

Zerscht isch d’Wahl vom Material highly symbolisch. Im Gägesatz zum italienische Chünstler Mario Merz, wo en ächte Holzbalke ufgschtellt hät, bruucht d’Isabelle Morin Karton. Das Material chunt direkt us de Fasere vom Baum. Zuedem hät d’Chünstlerin bschlosse, die induschtrielle Ufdruck uf de Pappe sichtbar z’loo.

So werdet sälli Inschrifte zu sichtbare Spure vo de Wändlige, wo de Mänsch de Pflanzewält aatut. Mit sällem Gschtaltigs-Akzt prangert d’Chünstlerin die massive Abholzig aa, wo nur wäge wirtschaftliche Interässe passiert.

De Zyklus vo de vier Jahresziite und s'Klima

Agseh dervo isch das Wärk e Fiir und e Warnig zgliich. Wenn mer um d’Skulptur umelauft, gseht mer d’Entwicklig vo de vier Jahresziite, wie mer si in Europa chännt. Doch sälli Inszenierig hinterfröget direkt de aktuell Klimawandel.

Tatsächlich chönntet sich üsi Regione in halbtrocheni oder tropischi Zone verwandle. Drum chönnt sälle Pappbaum am Änd de Überräscht von ere verlorene Natur sii. D’Chünstlerin schtellt denn e ganz wichtigi Frag: Wär hät morn überhaupt no Zuegang zur Natur?

Vom öffentlicher Teile zum administrative Exil

Schlussendlich liit de tüfi Sinn vom Wärk in sinere Reis und de Orte, wo d’Chünstlerin gwählt hät. Zerscht isch de Baum im Kulturhuus vo Pontault-Combault usgschtellt worde. Dank de Aktion vom lokale Tagesmütter-Netzwärk händ d’Chinde das Wärk chönne aaluege und de Karton berühre. Die chünstlichi Natur isch somit en Ort vom freie Teile gsii.

Aber d’Isabelle Morin hät ihri Skulptur dänne in d’oberschti Etage vom Schloss Bois-la-Croix züglet. Sälle Ort hät e prachtvolli Architektur, schtoht aber sit Jahre als Baustell still. Im Momänt isch sälle Ruum us rein administrative Gründ für d’Öffentlichkeit total gsperrt.

Zämefassend zeigt sälli Verschiebig e trurigi Realität. En riisige Teil vo üserer Umwält und vo üsem Ärbe bliibt iigschlosse. Er wird de Mänsche durch d’Bürokratie wäggnoh. De Pappbaum hinder gschlossene Fänschter tuet üs dra erinnere, dass üses Überläbe vo de Gsundheit und Zuegänglichkeit vo üserer Natur abhängt.

Isabelle Morin

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