Die Darstellung weiblicher Identität angesichts künstlerischer Klischees

Unsere Schweizer Künstlerin ist seit Oktober 2025 Teil unserer Online-Kunstgalerie. Als enge Freundin von Vestara Psod, Valaine de Ranson und Artemis Irenäus von Baste, Anja uns zunächst, mit einem Artikel über ihr Werk noch zu warten. Sie wollte zunächst Werke präsentieren, die perfekt zu ihrem Lieblingsthema passten, jenem Thema, das sie dazu inspiriert hatte, zum Pinsel zu greifen: die Stellung der Frau in der Gesellschaft.

 

Widerstand gegen die Rückkehr des Maskulinismus?

Im Gespräch mit Anja ist ihre Besorgnis über die Gefahr eines Wiederauflebens des Maskulinismus im Westen deutlich spürbar. Für sie ist das Schöpferische ein Akt des Widerstands:

«Ich weiß nicht, wie ich diese Gefahr anders als durch Malen abwenden kann. Wenn man sich große Kunstmessen wie die Art Basel ansieht, sind Künstlerinnen nach wie vor unterrepräsentiert. Und wenn sie vertreten sind, beeilen sich die Medien oft darauf hinzuweisen, dass sie die Schülerin von soundso, die Partnerin oder Tochter von jemand anderem sind. Sie scheinen immer einen Beschützer zu brauchen. Wir hören selten von einer Künstlerin, die ihre Karriere aus eigener Kraft aufgebaut hat, vielleicht indem sie als Kellnerin in einem Gasthaus gearbeitet hat, um ihre Kunst zu finanzieren.» – Anja Dallenbach

Von der Morphologie zur Identität: eine Weltanschauung

Für Anja ist das Malen von „Frauen“ eine komplexe Aufgabe, die weit über das einfache Studium morphologischer Merkmale hinausgeht. Es handelt sich dabei nicht um eine geschlechtsspezifische Funktion, sondern um eine tiefgreifende Identität und eine Weltanschauung, die sich von der der Männer unterscheidet.

Während die traditionelle männliche Perspektive manchmal zu abstrakter Gerechtigkeit, universellen Regeln oder radikaler Autonomie tendiert, basiert Anjas Ansatz auf Beziehungen und Verantwortung gegenüber anderen. In ihren Werken ist die Welt keine Ansammlung isolierter Individuen, sondern ein Netzwerk wertvoller Verbindungen, die gepflegt werden müssen.

Nach Anjas Ansicht ist Weiblichkeit keine feststehende „Essenz“. Es ist eine Art zu existieren, die die Verkörperung – die untrennbare Verbindung zwischen Körper und Geist – über eine Wahrnehmung der Realität stellt, die manchmal eher technisch oder körperlos ist.

Dans cette photo, Anja Dallenbach pose dans son atelier de Meggen.

Anja Dallenbach.

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