« Moi, une femme » : quand l’identité féminine se réclame par le geste et la matière
Dialogue entre Anja Dallenbach et Ayla Woss.
Tanz und Farbe – zwei Waffen, eine Wahrheit
Für den Februar 2026 lädt die Galerie nicht nur zu einer Begegnung zwischen der Schweiz und Bayern ein, sondern zu einer fruchtbaren Kollision zwischen Pinsel und Meissel. Wenn Ayla Woss eine Tänzerin im Moment des Gleichgewichtsverlusts einfriert, um Freiheit zu behaupten, antwortet Anja Dallenbach mit Farbexplosionen, die Verbundenheit feiern. Gemeinsam zeigen sie: Wenn Männer Frauen oft nicht verstehen, dann vielleicht deshalb, weil Frauen allein die Schlüssel zu ihrem eigenen Geheimnis besitzen.
Angesichts des Wiederauflebens von Maskulinismus im 21. Jahrhundert und von Ideologien, die Frauen erneut in untergeordnete Rollen drängen wollen, haben zwei Künstlerinnen unserer Galerie beschlossen, nicht zu schweigen. Die Schweizer Malerin Anja Dallenbach und die bayerische Bildhauerin Ayla Woss erforschen ein gemeinsames Thema:
« Ich, eine Frau ».
S Recht, sich selber z definieren – s Erbe vo Virginia Woolf
Drei Jahrzehnte trennen Ayla Woss und Anja Dallenbach – doch ihre Beobachtung ist dieselbe. Sie erinnern an Virginia Woolf, die bereits Anfang des 20. Jahrhunderts auf eine frappante Schieflage hinwies: In den Londoner Bibliotheken befassten sich von hundert wissenschaftlichen Büchern neunzig mit Tieren – und nur zehn mit Frauen.
Anja und Ayla betonen, dass Männer sich zu lange das Recht genommen haben, Weiblichkeit zu beschreiben, zu definieren und zu begrenzen. Doch Männer sind keine Frauen. Und wenn selbst große Schriftsteller zugaben, den « dunklen Kontinent » der Weiblichkeit nicht zu verstehen – können sich die Geschlechter jemals ganz begreifen? Nichts ist weniger sicher. Genau in dieser Unsicherheit entsteht ihre Kunst.
Anja Dallenbach
Ayla Woss
anja-dallenbach-die-vielfalt-ölgemälde-auf-leinwand-ca.-120x65cm-2026
Anja Dallenbach, «Die Vielfalt», Ölgemälde auf Leinwand, ca. 120 x 65 cm, 2026
anja-dallenbach-ich-eine-frau-nummer-2-serie-von-acht-gemalden-ol-auf-leinwand-2026
Anja Dallenbach « Ich, eine Frau Nummer 2 », Serie von acht Gemälden, ol auf Leinwand – 2025
anja-dallenbach-dieses-thema-gehört-nur-den-frauen-ölgemälde-auf-leinwand-ca.-120x60cm-2025
Anja Dallenbach, «Dieses Thema gehört nur den Frauen», Ölgemälde auf Leinwand, ca.120x60cm – 2025
Anja Dallenbach – weibliche Identität durch Abstraktion
In ihrer Malerei bringt Anja Dallenbach ihre Gefühle als Frau durch Explosionen von Farben und Texturen zum Ausdruck: ihr inneres Erleben, ihre psychische Welt, ihre pure Freude am Dasein.
Sie versucht nicht, weibliche Identität darzustellen oder zu erklären – sie verkörpert sie. Ihre Leinwände spiegeln, was sie ausmacht: eine Weltsicht, in der die Frau keine Funktion ist, sondern ein lebendiges, vibrierendes Netzwerk von Beziehungen.
Anja Dallenbach, « Ich, eine Frau »
In diesen kraftvollen Gemälden verweigert Anja Dallenbach die Isolation der weiblichen Figur. Die Silhouetten, nur angedeutet durch großzügige Ölpinselstriche, scheinen in einem Raum zu tanzen, in dem Farbe zur reinen Emotion wird. Dieses Werk ist eine visuelle Antwort auf Virginia Woolf: Wo der Mann versucht, die Frau zu klassifizieren und zu definieren, antwortet Anja mit Bewegung und Vielschichtigkeit:
-
Dripping (Farbflüsse): Symbolisiert die Fluidität der Identität – das, was uns entgleitet und zugleich mit anderen verbindet.
-
Impasto (Materialdichte): Steht für Selbstbehauptung, für die körperlich verkörperte Präsenz einer Frau, die nicht mehr um Erlaubnis bittet, zu existieren.
-
Farbpalette: Der Kontrast zwischen tiefem Bordeaux und leuchtendem Gelb evoziert die Spannung zwischen Kampf (Widerstand gegen Maskulinismus) und Lebensfreude.
Bei Ayla Woss zeigt sich das Gegenteil. Gehen wir weiter …
Ayla Woss – Tanz als Widerstand
Die Skulpturen von Ayla neben den Gemälden von Anja zu sehen, verleiht der Ausstellung eine fast körperliche Dimension. Wir wechseln von chromatischer und psychologischer Explosion zu physischer und historischer Spannung.
Die Bronzeskulpturen von Ayla Woss fangen die Bewegung lebendiger Körper ein. Ihre Tänzerinnen bewegen sich an der fragilen Grenze des Ungleichgewichts – zwischen technischer Präzision und ästhetischer Suche. Jede Bewegung ist ein politischer Akt: eine Art, sich einen Körper zurückzuerobern, der zu lange von anderen beschrieben und reglementiert wurde.
Tanz ist keine Frage von sozialem Status oder Konservatoriumsdiplomen. Er ist Ausdruck innerer Weiblichkeit, weiblicher Identität im tiefsten Sinn.
Ayla Woss, « Ich, eine Frau »
Ayla formt den Körper in Aktion. Dieses Werk antwortet auf Virginia Woolf mit körperlicher Evidenz:
-
Material (Bronze): Entgegen der Vorstellung einer fragilen Weiblichkeit ist Aylas Bronze dauerhaft und stark – eine Präsenz, die Jahrhunderte überdauert.
-
Pose: Das bewusst gewählte Ungleichgewicht zeigt, dass die Frau kein statisches Objekt ist, sondern ein Subjekt in ständiger Bewegung, auf der Suche nach eigener Harmonie.
-
Gesicht: Die Mischung aus Gelassenheit und Konzentration evoziert jene « Fülle », von der du in deinem Entwurf sprachst – jenseits von Alters- oder Statusdiktaten.
Seit jeher tanzen Frauen, um sich auszudrücken und Freude zu empfinden. Dieser Instinkt konnte selbst durch die Heilige Inquisition und ihre grausamen Hexenjagden (1580–1630) nicht ausgelöscht werden. Trotz religiöser Verbote, die bis heute in manchen Ländern bestehen – etwa im Iran der Mullahs, wo Frauen das öffentliche Tanzen untersagt ist – formt Ayla Woss weiterhin Tanz in Bronze. Denn tanzen heißt: Freiheit bejahen.
Ohne Titel 6 figurative Skulptur aus Bronze, Tanzbewegung – Ayla Woss – 2024
Ohne Titel 6 figurative Skulptur aus Bronze, Tanzbewegung – Ayla Woss – 2024
Ohne Titel 4 figurative Skulptur aus Bronze, Tanzbewegung – Ayla Woss – 2019
« Ohne Titel 4 » figurative Skulptur aus Bronze, Tanzbewegung – Ayla Woss – 2019
Zwei Medien – eine Stimme
Indem die Galerie die vibrierenden Ölgemälde von Anja Dallenbach mit den gespannten Bronzen von Ayla Woss in Dialog bringt, bietet sie weit mehr als eine Ausstellung: Sie formuliert ein Manifest.
Wo Anja mit Dripping und Impasto die Fluidität innerer Identität ausdrückt, nutzt Ayla den Widerstand des Metalls, um die Frau in Geschichte und Raum zu verankern. So antworten beide – im Abstand von dreißig Jahren – auf Virginia Woolfs Einladung: nicht länger von anderen « beschrieben » zu werden, sondern sich endlich selbst zu erzählen.
Ich, eine Frau.
Drei Worte, die unter Anjas Pinseln und in Aylas Händen zu einem universellen Freiheitsruf werden.
Herzlichst.
Nous serions ravis que vous profitiez de notre vitrine en ligne franco-suisse, ouverte au monde entier 24h/24 !
Peut-être souhaitez-vous rejoindre nos cours d’art ?
Nous serions sincèrement heureux de vous compter parmi nous.
0 Comments